Die Marina Duisburg, Opfer von Schildbürgern oder Intrigen?

Die Marina Duisburg ist das einstige Vorzeigeobjekt und ein touristisches Highlight der Stadt Duisburg, welches nach aufwändiger Planung durch den Stararchitekten Sir Norman Foster realisiert wurde. Dies war nur durch Förderung mit Steuergeldern der EU und des Landes NRW durch die Innenhafen Entwicklungsgesellschaft der Stadt Duisburg möglich.  Inzwischen verkommt sie inmitten der Stadt Duisburg zum Spielball kommunalpolitischer Intrigen und Ränkespiele.

 

Nachdem die Innenhafen Entwicklungsgesellschaft aufgelöst und mit neuen Aufgaben als Innenstadt Entwicklungsgesellschaft eine neue Widmung erhielt, wurden die Obliegenheiten der Marina Duisburg als ungeliebtes Kind in die Verantwortlichkeit der IMD (Immobilien Management Duisburg) übergeben. Da man dort bis zu diesem Zeitpunkt Verwaltungs-, Schul- und andere Immobilien der Stadt Duisburg verwaltet hat, fand sich die IMD unerwartet vor einer neuen anspruchsvollen Aufgabe. Anstatt diese Herausforderung anzunehmen und von der eigenen Leistungsfähigkeit zu überzeugen, schaffte man es nich einmal im Ansatz, den substanziellen und servicebezogenen Stand bei der Übergabe der Marina Duisburg zu erhalten. Statt dessen verfielen Steganlagen, technische Einrichtungen und Gebäude gleichermaßen. Der Service wurde gegen Null heruntergefahren und den entsprechenden Anfragen der Bootseigner als Vertragspartner entging man, indem sie einfach ignoriert wurden. Dabei war es völlig unerheblich, ob man dort anrief, eine E-Mail schrieb oder persönlich vorstellig wurde. An diesem Zustand hat sich bis Juli 2018 absolut nichts geändert.

Selbst auf Defekte mit erheblichem Unfallrisiko (z.B. Stege, deren Beplankung ein Begehen zum Abenteuer werden läßt), wirtschaftliche notwendige Reparaturen, die eine Abrechnung von Stromverbräuchen der Boote wieder möglich machen würde, wurden schlichtweg ignoriert. 

 

Service findet inzwischen gar nicht mehr statt. Nicht einmal im absoluten Minimum. Als Beispiel seien hier die sanitären Einrichtungen genannt, welche einen Maßstab setzen. Deren Reinigung findet  bereits geraumer Zeit nicht mehr oder nur sporadisch statt. Die Bestückung der Toiletten mit Papier wurde erst vor wenigen Wochen wieder aufgenommen. Bis zu diesem Zeitpunkt musste eigenes Toilettenpapier mitgebracht werden. Würde man an dieser Stelle den originären Aufgabenbereich der IMD zu rate ziehen, wozu ja bekanntermaßen auch alle Schulen Duisburgs (inkl. deren Toiletten) gehört, würde das Gesundheitsamt jede gleichermaßen versorgte Schule mit sofortiger Wirkung schließen. Es liegt also eindeutig nicht daran, dass eine derartige Aufgabe nicht erfüllt werden kann. Hier geht es nur darum, das man diese Aufgabe nicht erfüllen will. Ein Beispiel für viele anderen.

Dieses Nichtwollen bestätigt auch die Funktion des Hafenmeisters. Diese Aufgabe wird nach der temporären Schließung der Marina in 2016 durch die (ebenfalls städtische) Firma Octeo durchgeführt. Eine Firma, die nach Bekunden der eigenen Mitarbeiter für alle städtischen Betriebe Aushilfen stellt und unter anderem für die Sicherung der U-Bahn verantwortlich ist. Diese Pseudo-Hafenmeister haben sowohl auf ihrer Dienstkleidung, als auch auf dem verwendeten Dienstfahrzeugen einen großen Schriftzug „Security“ angebracht. So verstehen sie sich auch. Demnach ist lediglich eine Bewachung der Marina gegeben. Wenngleich sie nur für den Zeitraum von 08:00 - 10:00 und 14:00 bis 16:00 Uhr die Marina bewachen, haben sie darüber hinaus auch noch die ausdrückliche Anweisung (persönliche Bestätigung mehrerer Mitarbeiter der Octeo), "nichts" zu machen. Dieser Aufforderung wird in der Praxis formvollendet nachgekommen. 

Diese Praxis äußert sich erkennbar darin, das Unkraut zwischen den Betonplatten der Stege zeitweilig eine Höhe von über einem Meter erreicht (bis sich die Schiffseigner selbst erbarmen). Auf Zuweisung von Liegeplätzen warten die Bootsführer genauso vergeblich wie auf Hilfestellung beim Anlegen. Massives Beispiel ist jedoch das Wasser in der Marina. Dort findet sich nicht nur an vielen Stellen eine geschlossene Decke an Dreck, toten Fischen, Ratten, Enten und Aalen, sondern auch Treibgut von beachtlicher Größe, leeren Flaschen, quadratmetergroßen Plastikplanen und Holzplatten. Ein Eldorado für die hier im Wohlstand lebenden Ratten, jedoch eine potenzielle Gefahr für die Antriebe der Boote und vor allem für die Hygiene. Aber Hygiene findet hier ohnehin nicht statt. Denn direkt am Hafenmeistergebäude, in unmittelbarer Wassernähe stapeln sich über Wochen etliche Säcke mit Abfällen, die gerade bei den Temperaturen der letzten Wochen auch noch allen Ratten aus der Umgebung den Weg weisen damit sich deren Population somit stetig vergrößern kann. 

Die Tankstelle wurde nach der Sperrung  der Marina nicht wieder in Betrieb genommen. Wenngleich Bootseigner durch Gespräche mit Mitarbeitern externer Firmen Kenntnis darüber erhielten, dass die Tankanlage sowohl instandbesetzt und überprüft wurde, als auch die entsprechenden Genehmigungen vorliegen, wurde durch einen Aushang auf technische Defekte hingewiesen, die ein Betanken der Boote verhindern. Vor wenigen Wochen wurde jedoch bekannt, dass man seitens IMD / Octeo ausserstande war, die als Security eingesetzten Personen eine ca. vierstündige Beschulung zukommen zu lassen, die diese zur Betankung qualifizieren würden.

Diese unhaltbaren Umstände weiter aufzuzählen sprengt jeden Rahmen. So seien die vorgenannten Zeilen nur als beispielhafte, keinesfalls jedoch als abschließende Aufzählung zu verstehen. 

 

An dieser Stelle müssen den Verantwortlichen der IMD (Immobilienmanagement Duisburg) massive Vorwürfe gemacht werden. Unter Anderem kann man einen auch Vertragsbruch annehmen. Denn die Versorgung mit Mindeststandards in der Sicherheit, bei sauberen und hygienischen Sanitäranlagen sowie die Möglichkeit zur Betankung, Absaugung und Bilgenentölung ist den Dauerliegern vertraglich zugesichert. Diesen und weiteren vertraglich zugesicherten Verpflichtungen kommt die IMD bereits seit Jahren nicht nach!

 

Die Betrachtung der zuvor beschriebenen Umstände zeigt in aller Deutlichkeit, dass die IMD nicht das geringste Interesse an der Erfüllung Ihrer Aufgaben hat. Hätte dies im entferntesten mit Unfähigkeit zu tun, könnte man ein Ortsschild „SCHILDA“ aufstellen und über die Unfähigkeit der IMD sinnieren. Da gleiche, zumindest ähnliche Aufgaben jedoch an anderer Stelle durchaus ordentlich erfüllt werden, kann man jedoch keineswegs von arbeitsscheuem oder fahrlässigem Verhalten ausgehen. Hier drängen sich Begrifflichkeiten wie „grob fahrlässig“ oder sogar „vorsätzlich“ auf. 

 

Eine Bestätigung dieser These ist unter Anderem, dass bei der IMD im vergangenen Jahr ein möglicher Pächter für die Übernahme der Marina vorstellig wurde. Dieser Interessent verfügte gleichermaßen über die erforderliche Kompetenz als auch über einen exzellenten Business - Plan, welcher der Stadt Duisburg direkt schwarze Zahlen für die Marina beschert hätte. Es wäre für die Stadt Duisburg, deren Bürger, sowie auch für die die Bootseigner gleichermaßen ein enormer (nicht nur monitärer) Gewinn gewesen. Ohne Angabe von Gründen wurde dieses Angebot jedoch von der IMD abgelehnt und dort war man in bekannter Art und Weise nicht mehr erreichbar. Die inzwischen bekannte Verhaltensweise der IMD zum Thema Marina.

Immer lauter werden inzwischen Stimmen, dass der amtierende Oberbürgermeister der Stadt Duisburg, Herr Sören Link, den ausdrücklichen Willen bekundet habe, dass die Marina Duisburg in die vollständige Verantwortlichkeit der Octeo übergehen solle. Sofern dies den Tatsachen entspricht, würde die Handlungsweise der IMD erstmals einen gewissen Sinn ergeben, indem hier durch Intrigen Tatsachen geschaffen werden, die eine sonst völlig irrationale Entscheidung rechtfertigen würde. Leider wird diese nicht nur auf dem Rücken der Bootseigner (als unmittelbar Betroffene), sondern auch zu Lasten der Bürger und deren Finanzen ausgetragen.