Wassermangel in der Marina!

"Baustellensicherung"
"Baustellensicherung"

Was auf den ersten Blick wie eine humorvolle Meldung zur anstehenden Karnevalssession anmutet, birgt für die Dauerlieger der Marina Duisburg inzwischen keinerlei Spaßfaktor mehr.

 

Die Marina Duisburg, weit über die Grenzen Nordrhein-Westfalens und den Bundesgebietes hinaus als idealer und beworbener Liegeplatz für die Wintersaison bekannt und geschätzt, zeigt in diesem Jahr die Schwächen des Systems. Diese dafür jedoch in Perfektion.

 

So berichteten einige Dauerlieger, dass sie bereits seit Wochen kein Wasser mehr an den Stegen hätten. NEIN! Nicht unter den Stegen, sondern in der Frisch- und Trinkwasserversorgung. Nicht schlimm. So denkt man zunächst, denn eigentlich ist dies jedes Jahr bei Frosttemperaturen immer wieder so. Da man das ja kennt, befinden sich in den Tanks entsprechende Vorräte. Obwohl man das ohne Aufwand hätte vermeiden können, indem man die Leitungen unterhalb der Wasseroberfläche verlegt hätte (da das Kühlwasser des Kraftwerks nicht unter 0° absinkt), hat man dies nicht bedacht. Gut jedoch, dass man für die Sanitärleitungen im gleichnamigen Gebäude, sowie für die Zu- und Abwasserleitungen dieses Problem durch sogenannte „Rohrbegleitheizungen“ (flexibele, selbstregelnde  Heizleitungen, welche durch einen chemischen Prozess des Materials automatisch einen elektrischen Heizvorgang einleiten und damit dem Einfrieren entgegenwirken) ausgeschlossen hat.  So kann der Schiffseigner dann sowohl Duschen, Waschen und auch die Toilette benutzen, wenn´s an Bord mal Eng wird mit dem Wasservorrat.


Diese Rohrbegleitheizungen sind echt klasse und funktionieren völlig Fehler- und sogar Wartungsfrei, wenn man sie einschaltet.

 

Da dies in diesem Winter wohl nicht geschehen ist, können die überwinternden Schiffseigner einerseits kein Wasser entnehmen, um autark zu sein. Andererseits können sie aber weder die Sanitäranlagen in Anspruch nehmen noch Duschen oder die Wäsche waschen. Anstatt Spülen kann man ja Plastikgeschirr und –besteck nutzen. Und zum Duschen gibt es ja öffentliche Hallenbäder, wie es ja auch öffentliche Waschsalons gibt. So kommt es zu recht kuriosen Bildern, wenn z.B. ein Schiffseigner mit der Deutschen Bahn die Familie besucht und mit einem 20-Liter Kanister Wasser vom Bahnhof zur Marina zurückkommt, damit er noch einige Zeit „durchhält“. Anm.: Dies ist keine keine humoristische Einlage, sondern eine Tatsachenschilderung! Sicherlich stellt sich auch die Frage, wie lange angrenzende Firmen (WDR, Hitachi, etc.) bereit sind ihre Toiletten den „notleidenden“ Winterliegern zur Verfügung zu stellen.

 

So kann man nur auf wärmere Temperaturen in der Marina Duisburg hoffen. Und das das mühsam erworbene Image der Marina keinen Schaden nimmt. Denn auch in diesem Jahr sind viele Schiffseigner mit ihren Schiffen sogar aus dem Ausland zum überwintern nach Duisburg gekommen. Wegen der guten Winterbedingungen. Sagt man.

 

Inzwischen sind die Leitungen natürlich wieder Eisfrei und funktionsfähig. Aber wer sich über ein abenteuerliches Kostrukt, welches aus Gartenbank und Klappstuhl bestehend vor dem Eingang zum Sanitärbereich stehend wundert, wird schnell feststellen, dass dies eine Absicherung für einen sogenannten Baubereich darstellt. Denn unter diesem Konsstrukt sind die schrauben der Beplankung herausgedreht, damit man an die darunterliegende Pumpe gelangt....

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Kommentare: 1
  • #1

    Wim (Sonntag, 18 März 2012 21:57)

    is das imer noch so?